Aufbau unseres Indoor-Gewächshauses 
Damit Chili, Peperoni, Tomaten und später auch Gurken einen möglichst guten Start ins Gartenjahr bekommen, steht bei uns ab Ende Dezember wieder das kleine Indoor-Gewächshaus bereit. Der Aufbau ist eigentlich simpel, aber ein paar Details machen später den Unterschied zwischen kräftigen Jungpflanzen und langbeinigen „Fensterbank-Spargeln“.
1. Standort vorbereiten
Das Gewächshaus steht bei uns auf einer stabilen Werkbank im Keller. Wichtig ist ein möglichst konstanter Raum ohne grosse Temperaturschwankungen. Gleichzeitig sollte genügend Platz für Beleuchtung, Kabel und später auch grössere Pflanzen vorhanden sein.
Unter dem Aufbau liegen Styroporplatten als Isolation. Dadurch verschwindet weniger Wärme nach unten und die Heizmatte arbeitet deutlich effizienter.
2. Auffangwannen einsetzen
Auf die isolierte Fläche kommen flache Auffangwannen. Sie sammeln überschüssiges Wasser und verhindern, dass später alles tropft oder schmutzig wird. Gleichzeitig helfen sie dabei, die Luftfeuchtigkeit im kleinen Gewächshaus etwas stabiler zu halten.
3. Bodenheizmatte montieren
Unter die Anzuchtplatten oder direkt unter die Pflanzgefässe kommt die Bodenheizmatte. Gerade Chili- und Peperonisamen lieben warme Erde. Optimal sind ungefähr 24 bis 26 Grad Bodentemperatur.
Die Heizmatte wird an einen Thermostaten angeschlossen. Der Temperaturfühler liegt dabei möglichst nahe bei den Pflanzgefässen, damit nicht einfach die Luft gemessen wird, sondern wirklich die Temperatur dort, wo die Samen liegen.
4. Mini-Gewächshaus aufbauen
Darüber wird das eigentliche Foliengewächshaus aufgebaut. Die Bögen sorgen für Stabilität, die transparente Hülle hält Wärme und Feuchtigkeit zurück. Im Grunde entsteht ein kleines Tropenhaus mitten im Keller.
Die Reissverschlüsse bleiben in den ersten Tagen meist geschlossen, damit Temperatur und Luftfeuchtigkeit schön konstant bleiben.
5. Beleuchtung installieren
Über dem Gewächshaus hängen LED-Pflanzenlampen. Sobald die ersten Keimlinge auftauchen, brauchen sie sehr viel Licht. Ohne Zusatzbeleuchtung würden sie schnell vergeilen, also lange dünne Stängel bilden und instabil wachsen.
Die Lampen hängen möglichst nahe über den Pflanzen und wachsen später einfach mit nach oben. Gesteuert werden sie über eine Zeitschaltuhr, meistens etwa 12 bis 14 Stunden täglich.
6. Temperatur kontrollieren
Tagsüber herrschen im kleinen Gewächshaus ungefähr 25 Grad, nachts etwas weniger. Gerade diese gleichmässigen Bedingungen sorgen dafür, dass viele Sorten schnell und zuverlässig keimen.
Sobald die Pflanzen grösser werden, darf die Temperatur später etwas sinken. Vor allem Tomaten brauchen nach dem Keimen nicht mehr tropische Bedingungen, sonst wachsen sie zu schnell in die Höhe.
7. Der schönste Moment 
Und dann beginnt das tägliche Ritual: abends kurz nachsehen, Erde kontrollieren, vielleicht etwas giessen… und irgendwann entdeckt man die ersten kleinen grünen Spitzen. Ab diesem Moment gibt es meistens kein Zurück mehr. Aus zwei kleinen Schalen werden plötzlich zwanzig Töpfe, dann vierzig… und irgendwann stellt sich wieder die bekannte Frage:
Wo sollen wir das alles bloss hinstellen?

