Anfang Januar 2026. Draussen liegt der Garten noch im Winterschlaf. Morgens knistert der Frost auf den Wegen, die Wiesen wirken wie mit Glas überzogen und selbst der Grillplatz sieht eher nach Tiefkühltruhe als nach Sommerabend aus. Die Natur macht Pause. Stillstand. Zumindest draussen.
Denn drinnen beginnt langsam wieder das neue Gartenjahr.
Heute wurden unsere ersten zwölf kleinen Sämlinge gesetzt. Chili, Peperoni und Jalapeño bilden den Auftakt der Saison 2026 und bringen bereits jetzt einen Hauch von Sommer ins Haus. Noch sind es nur kleine Samen in dunkler Erde, unscheinbar und kaum grösser als ein paar Krümel Gewürz. Aber genau darin liegt jedes Jahr wieder diese besondere Spannung: Aus etwas Winzigem entsteht mit etwas Geduld, Wärme und Licht plötzlich neues Leben.
Und an Wärme fehlt es ihnen definitiv nicht.
Über den kleinen Anzuchtstationen sorgen unsere LED-Lampen aktuell täglich rund 14 Stunden lang für beinahe karibische Verhältnisse. Während draussen Minusgrade herrschen, fühlen sich die jamaikanischen Chilis unter ihrem künstlichen Sonnenaufgang bereits erstaunlich zuhause. Konstant rund 27 Grad, helles Licht und die erste feuchte Erde des Jahres schaffen eine kleine Tropeninsel mitten im Winter.
Es ist jedes Jahr faszinierend, wie schnell sich die Stimmung verändert. Noch vor wenigen Tagen war alles grau, kalt und ruhig. Und plötzlich stehen wieder Heizmatten bereit, Wasserzerstäuber liegen herum, Saatgut-Tüten stapeln sich auf dem Tisch und man erwischt sich dabei, morgens als Erstes nach den kleinen Töpfchen zu sehen.
Jetzt beginnt wieder dieses tägliche Warten auf den schönsten Moment der Anzucht: den ersten winzigen grünen Bogen, der sich vorsichtig durch die Erde kämpft. Ab dann gibt es ohnehin kein Zurück mehr. Dann ist der Frühling offiziell gestartet – egal, was das Thermometer draussen behauptet.

